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Vorsorge ab 50: Die Checkliste für alle wichtigen Dokumente

Mit 50 steht man mitten im Leben – ein guter Zeitpunkt, die eigene Vorsorge in Ruhe zu ordnen. Diese Checkliste nennt die fünf Dokumente, auf die es ankommt, sagt zu jedem, welche Form das Gesetz verlangt, und schlägt eine Reihenfolge vor, mit der Sie Schritt für Schritt fertig werden.

Stand: 22. Oktober 2026

Warum gerade ab 50?

Wer jetzt vorsorgt, entscheidet selbst und in Ruhe – und erspart seiner Familie Fragen, die sie sonst ohne Sie klären müsste. Drei Punkte machen das Thema ab der Lebensmitte besonders konkret:

  • Die gesetzliche Vertretung ist eng begrenzt. Ehepartner dürfen füreinander nur in Gesundheitsangelegenheiten und höchstens sechs Monate entscheiden (§ 1358 BGB). Für erwachsene Kinder gibt es kein solches Vertretungsrecht. Fehlt eine Vollmacht, bestellt das Betreuungsgericht bei Bedarf einen rechtlichen Betreuer (§ 1814 BGB).
  • Die Finanzen werden übersichtlicher. Ab 55 erhalten Versicherte alle drei Jahre eine Rentenauskunft (§ 109 SGB VI) – ein guter Anlass, Konten, Versicherungen und Verträge zu sortieren.
  • Gute Gespräche brauchen Zeit. Wen Sie als Vertrauensperson einsetzen und was Ihnen medizinisch wichtig ist, lässt sich am besten ohne Zeitdruck besprechen.
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Die fünf unverzichtbaren Dokumente

  1. Vorsorgevollmacht – damit eine Vertrauensperson für Sie handeln darf, wenn Sie es nicht mehr können: bei Bank, Behörden, Ärzten und Wohnungsfragen. Eine wirksame Vollmacht macht einen gerichtlich bestellten Betreuer in der Regel überflüssig (§ 1814 Abs. 3 BGB). Mehr dazu im Ratgeber Vorsorgevollmacht.
  2. Patientenverfügung – damit Ärzte wissen, welche Behandlungen Sie in bestimmten Situationen wünschen oder ablehnen (§ 1827 BGB). Formulierungshilfen bietet das Bundesjustizministerium mit seinen Textbausteinen; mehr im Ratgeber Patientenverfügung.
  3. Betreuungsverfügung – als Sicherheitsnetz, falls doch ein Gericht entscheidet: Wünschen Sie eine bestimmte Person als Betreuer, muss das Gericht dem folgen, sofern die Person geeignet ist (§ 1816 Abs. 2 BGB). Wann sie sinnvoll ist, erklärt der Beitrag Betreuungsverfügung.
  4. Testament – damit Ihr Vermögen nach Ihren Wünschen verteilt wird. Ohne Testament gilt die gesetzliche Erbfolge (§§ 1924 ff. BGB); wer dann erben würde, zeigt der Erbfolge-Simulator.
  5. Übersicht der Konten, Verträge und digitalen Zugänge – damit Angehörige wissen, was es gibt und was damit geschehen soll. Eine Vorlage dafür bietet die Übersicht zum digitalen Nachlass.

Welche Form jedes Dokument braucht

  • Vorsorgevollmacht: Soll Ihre Vertrauensperson in ärztliche Maßnahmen einwilligen dürfen, bei denen Lebensgefahr oder ein schwerer, länger dauernder Gesundheitsschaden droht, oder solche Maßnahmen ablehnen oder abbrechen lassen dürfen, muss die Vollmacht schriftlich erteilt sein und diese Befugnis ausdrücklich nennen. Dasselbe gilt für Unterbringung, freiheitsentziehende Maßnahmen und ärztliche Zwangsmaßnahmen (§ 1820 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 1829 BGB). Für Eintragungen im Grundbuch verlangt das Grundbuchamt öffentliche oder öffentlich beglaubigte Urkunden (§ 29 GBO). Die Unterschrift unter einer Vorsorgevollmacht kann auch die Betreuungsbehörde öffentlich beglaubigen; die Gebühr beträgt nach Bundesrecht 10 Euro, die Länder können Abweichendes festlegen (§ 7 BtOG). Die Wirkung dieser Beglaubigung endet mit dem Tod des Vollmachtgebers (§ 7 Abs. 1 BtOG). Details im Beitrag Beglaubigte Vorsorgevollmacht.
  • Patientenverfügung: schriftlich; sie kann jederzeit formlos widerrufen werden, und niemand ist verpflichtet, eine zu verfassen (§ 1827 BGB).
  • Testament: entweder vollständig von Hand geschrieben und unterschrieben, möglichst mit Datum und Ort (§ 2247 BGB), oder zur Niederschrift eines Notars (§ 2232 BGB). Worauf es beim handschriftlichen Testament ankommt, steht im Beitrag Handschriftliches Testament.

Registrieren, damit die Dokumente gefunden werden

Im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer können Sie Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung registrieren lassen. Betreuungsgerichte können das Register abfragen, seit 1. Januar 2023 auch Ärztinnen und Ärzte, soweit die Auskunft für die Entscheidung über eine dringende medizinische Behandlung erforderlich ist (§ 78b BNotO). Die Registrierung kostet einmalig 24,00 Euro online per Lastschrift (26,50 Euro per Überweisung), jede weitere Vertrauensperson 3,50 Euro (Gebührenübersicht). Mehr dazu im Beitrag Zentrales Vorsorgeregister.

Testamente beim Notar und handschriftliche Testamente in amtlicher Verwahrung werden im Zentralen Testamentsregister erfasst; das veranlassen Notar oder Gericht. Ein Testament, das Sie zu Hause aufbewahren, kann dort nicht registriert werden.

Die richtige Reihenfolge

  1. Vertrauensperson(en) auswählen und fragen, ob sie die Aufgabe übernehmen.
  2. Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung erstellen – sie wirken zu Lebzeiten.
  3. Beides im Zentralen Vorsorgeregister registrieren.
  4. Testament und Bestattungswünsche festhalten.
  5. Finanzen, Versicherungen und digitale Zugänge dokumentieren.
  6. Ablageort festlegen und Ihren Vertrauenspersonen sagen, wo alles liegt.
  7. Einen festen Termin setzen, an dem Sie alles überprüfen – zum Beispiel nach jedem größeren Ereignis im Leben. Wie oft eine Patientenverfügung angepasst werden sollte, steht im Beitrag Patientenverfügung aktualisieren.

Versicherungen und Finanzen im Blick

  • Bestehende Lebens- und Risikoversicherungen prüfen und Bezugsrechte aktualisieren
  • Konten, Depots und Bausparverträge dokumentieren
  • Mit der Bank klären, wie Ihre Vertrauensperson im Ernstfall Zugriff erhält – siehe Vollmacht für Bankgeschäfte
  • Rentenauskunft oder Renteninformation ablegen
  • Immobilien und Kreditverträge auflisten
  • Die Pflege mitdenken: Was im Pflegefall zu regeln ist, zeigt der Beitrag Pflegefall: richtig vorsorgen

Alles an einem Ort

Das beste Vorsorgedokument nützt nichts, wenn es im Ernstfall niemand findet. Bewahren Sie alle Unterlagen zentral auf und sagen Sie Ihren Vertrauenspersonen, wo sie liegen. Wer lieber auf Papier arbeitet, kann dafür den kostenlosen Notfallordner zum Ausdrucken nutzen.

Direkt loslegen: Am meisten bewirkt das erste Dokument der Liste. Mit dem Assistenten für die Vorsorgevollmacht gehen Sie alle Angaben Schritt für Schritt durch.

Vorsorge ab 50 ist kein Zeichen von Pessimismus, sondern von Umsicht. Wer die fünf Dokumente einmal geordnet hat, muss danach nur noch gelegentlich nachsehen, ob alles noch passt – und schenkt sich und seiner Familie Gelassenheit.

Quellen & weiterführende Links

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.

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