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Social-Media-Konten im Todesfall: Facebook, Instagram & Co. richtig regeln

Profile in sozialen Netzwerken bleiben nach dem Tod bestehen, bis jemand etwas unternimmt. Sie können schon heute festlegen, was mit jedem Konto geschehen soll – und Ihren Angehörigen damit viele Anfragen bei Anbietern ersparen. Dieser Beitrag erklärt die Rechtslage, die drei Wege der Vorsorge und was Angehörige im Todesfall tun können.

Stand: 22. Oktober 2026

Was mit Social-Media-Konten nach dem Tod passiert

Verträge mit Online-Diensten enden nicht automatisch mit dem Tod, und die gespeicherten Daten bleiben zunächst beim Anbieter; der Erbe wird Vertragspartner. Deshalb bleibt ein Profil abrufbar, und kostenpflichtige Abos laufen weiter, bis jemand sie beendet (Verbraucherzentrale NRW, Faktenblatt Digitaler Nachlass).

Rechtlich geht mit dem Tod das gesamte Vermögen auf die Erben über (§ 1922 BGB). Für soziale Netzwerke hat der Bundesgerichtshof das 2018 ausdrücklich bestätigt: Der Nutzungsvertrag geht auf die Erben über, und sie haben Anspruch auf Zugang zum Konto einschließlich der gespeicherten Kommunikation. Die Klauseln des Anbieters zum Gedenkzustand waren nach dem Urteil nicht wirksam in den Vertrag einbezogen und hätten auch einer Inhaltskontrolle nicht standgehalten. Auch der Datenschutz steht dem Zugang nicht entgegen: Die Datenschutz-Grundverordnung schützt nur lebende Personen, und die Daten der Kommunikationspartner dürfen nach Art. 6 Abs. 1 Buchst. b und f DSGVO verarbeitet werden (BGH, Urteil vom 12.07.2018, III ZR 183/17, Pressemitteilung 115/2018). 2020 hat der BGH nachgelegt: Zugang heißt, dass sich die Erben im Konto so bewegen können wie zuvor die Kontoinhaberin – mit Ausnahme der aktiven Weiternutzung. Ein USB-Stick mit einer PDF-Datei genügt dafür nicht (BGH, Beschluss vom 27.08.2020, III ZB 30/20, Pressemitteilung 119/2020).

Für Angehörige ist das eine gute Nachricht. Noch einfacher wird es für sie, wenn Sie selbst vorgesorgt haben – dann müssen sie ihre Rechte gar nicht erst durchsetzen.

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Drei Wege, Ihre Konten zu regeln

1. Die Nachlass-Einstellungen der Anbieter nutzen. Bei einigen Diensten können Sie schon zu Lebzeiten in den Kontoeinstellungen festlegen, was nach Ihrem Tod mit dem Konto geschehen soll, und eine Person bestimmen, die es dann verwalten darf – die Verbraucherzentrale NRW nennt als Beispiele Apple, Google und Facebook. Bei manchen Netzwerken lässt sich ein Kontakt benennen, der das Profil in einen Gedenkzustand versetzt. Welche Möglichkeiten ein Dienst bietet, erfragen Sie am besten direkt beim Anbieter, so rät es die Verbraucherzentrale.

2. Eine Vollmacht für digitale Konten erteilen. Mit einer Vollmacht bestimmen Sie eine Vertrauensperson, die sich um Ihre Konten kümmern soll. Wichtig ist, dass die Vollmacht ausdrücklich „über den Tod hinaus“ gilt und mit Datum und Unterschrift versehen ist. Die Verbraucherzentrale stellt dafür eine Muster-Vollmacht für digitale Konten bereit. Sie gilt nach ihrem Wortlaut nur, wenn die Vertrauensperson das Original besitzt; setzen Sie mehrere Personen ein, muss klar sein, wer welche Befugnisse hat. Die Vollmacht kann auch schon zu Lebzeiten gelten, etwa wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen selbst nicht handeln können.

3. Eine Kontenliste führen. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Vollmacht oder Testament gegenüber Anbietern nicht immer ausreichen. Halten Sie deshalb in einer Liste fest, welche Konten es gibt, mit Benutzername, Anbieter und Ihrem Wunsch für jedes Konto, und bewahren Sie sie so auf, dass nur Sie und Ihre Vertrauensperson Zugriff haben. Nutzen Sie einen Passwortmanager, gehört das Masterpasswort dazu; bei Konten mit Zwei-Faktor-Anmeldung braucht die Vertrauensperson zusätzlich Zugriff auf das Smartphone oder die Authentifizierungs-App. Bewahren Sie Zugangsdaten sicher auf, etwa in einem Passwortmanager mit Notfallzugang oder in einem verschlossenen Umschlag bei Ihren Unterlagen. Eine Vorlage für die eigene Liste bietet die Muster-Liste der Verbraucherzentrale.

Was mit jedem Konto geschehen kann

Für jedes Profil gibt es im Kern vier Möglichkeiten. Notieren Sie in Ihrer Liste, welche davon Sie wünschen:

Ihre Wünsche je Konto
WunschWas er bedeutetWas Ihre Vertrauensperson dafür braucht
Erhalten als ErinnerungDas Profil bleibt sichtbar, zum Beispiel im Gedenkzustand, sofern der Dienst ihn anbietet.Ihre Festlegung beim Anbieter oder Ihre schriftliche Anweisung
Inhalte sichern, dann löschenFotos und Nachrichten werden für die Familie gespeichert, danach wird das Konto gelöscht.Zugang zum Konto und Ihre Anweisung, was gesichert werden soll
Sofort löschenDas Konto verschwindet vollständig.Vollmacht oder Erbnachweis sowie Ihre Anweisung
ÜbergebenEin Konto, etwa für ein Ehrenamt oder ein kleines Geschäft, wird weitergeführt.Zugang und eine klare Regelung, wer übernimmt

Checkliste: So sorgen Sie heute vor

  1. Konten löschen, die Sie nicht mehr nutzen.
  2. Alle übrigen Konten auflisten: soziale Netzwerke, E-Mail, Cloud, Messenger, Streaming und Onlineshops.
  3. Für jedes Konto festhalten, was geschehen soll.
  4. Die Nachlass-Einstellungen der Dienste nutzen, die so etwas anbieten.
  5. Eine Vollmacht über den Tod hinaus erteilen und das Original der Vertrauensperson geben.
  6. Festlegen, was mit Computer, Smartphone und Tablet geschehen soll.
  7. Der Vertrauensperson sagen, wo die Liste liegt, und die Liste regelmäßig aktualisieren.

Für die Liste müssen Sie nicht bei null anfangen: Die kostenlose Übersicht zum digitalen Nachlass ordnet Geräte, Konten und Ihre Wünsche zum Ausfüllen – ohne Passwörter auf Papier.

Was Angehörige im Todesfall tun können

  1. Unterlagen suchen: Gibt es eine Kontenliste, eine Vollmacht über den Tod hinaus oder Festlegungen beim Anbieter?
  2. Erbnachweis klären: Erben können sich zum Beispiel mit einem Erbschein des Nachlassgerichts ausweisen (§ 2353 BGB). Welche Unterlagen ein Dienst zusätzlich verlangt, steht in dessen Hilfebereich.
  3. Kostenpflichtige Dienste beenden: Abos und Mitgliedschaften laufen sonst weiter.
  4. Wünsche umsetzen: Profil erhalten, Inhalte sichern oder löschen – so, wie es die verstorbene Person festgelegt hat.

Was in den ersten Wochen nach einem Todesfall sonst ansteht, fasst die Checkliste für den Todesfall zusammen. Einen Überblick über alle Online-Konten, nicht nur soziale Netzwerke, gibt der Beitrag Digitaler Nachlass: Was passiert mit Ihren Online-Konten?

Häufige Fragen

Dürfen Erben auf das Facebook-Konto eines Verstorbenen zugreifen?

Ja. Der Bundesgerichtshof hat 2018 entschieden, dass der Vertrag über ein Konto bei einem sozialen Netzwerk auf die Erben übergeht und sie Anspruch auf Zugang einschließlich der Nachrichten haben (III ZR 183/17).

Reicht ein Testament, damit ein Konto gelöscht wird?

Nicht immer. Nach Hinweis der Verbraucherzentrale reichen Vollmacht oder Testament gegenüber Anbietern nicht in jedem Fall aus. Hinterlegen Sie deshalb zusätzlich eine Kontenliste und nutzen Sie die Nachlass-Einstellungen der Dienste.

Was ist eine Vollmacht über den Tod hinaus?

Eine Vollmacht, die ausdrücklich auch nach Ihrem Tod gilt. Damit kann Ihre Vertrauensperson auch dann noch in Ihrem Auftrag handeln und Ihre Konten nach Ihren Wünschen regeln. Die Verbraucherzentrale rät, sie mit Datum und Unterschrift zu versehen und der Vertrauensperson das Original zu geben.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.

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