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Rechtliche Vorsorge in Deutschland 2026

Vorsorgevollmacht ohne Notar –
Muster, Kosten und was wirklich gilt

Mit einer Vorsorgevollmacht bestimmen Sie selbst, wer für Sie handelt, wenn Sie es einmal nicht können. Hier erfahren Sie, wann sie ohne Notar gilt, was drinstehen muss und was sie kostet.

DSGVO-konform Mit Ausfüllhilfe In 5 Minuten fertig Verschlüsselt gespeichert Angaben nach § 1820 BGB

Was passiert ohne Vorsorgevollmacht?

Kann jemand seine Angelegenheiten wegen einer Krankheit oder Behinderung nicht mehr selbst regeln und gibt es keine Vorsorgevollmacht, bestellt das Betreuungsgericht bei Bedarf einen rechtlichen Betreuer (§ 1814 BGB). Bei der Auswahl berücksichtigt das Gericht Ihre Wünsche und Ihre familiären Beziehungen, besonders zum Ehegatten, zu Eltern und Kindern (§ 1816 BGB). Eheleute dürfen einander seit 2023 außerdem in Gesundheitsfragen vertreten – höchstens sechs Monate lang und nicht bei Konto, Behörden oder Wohnung (§ 1358 BGB). Mit einer Vorsorgevollmacht bestimmen Sie selbst, wer für Sie handelt; ein Betreuer ist dann in aller Regel nicht nötig (§ 1814 Abs. 3 BGB).

Grundlagen

Was ist eine Vorsorgevollmacht?

Mit einer Vorsorgevollmacht bevollmächtigen Sie eine Person Ihres Vertrauens, in Ihrem Namen zu handeln – für den Fall, dass Sie durch Krankheit, Unfall oder Demenz selbst dazu nicht mehr in der Lage sind. Sie ist in Deutschland nach § 1820 BGB geregelt und ersetzt die staatliche Betreuung durch eine selbst gewählte Vertrauensperson.

🩺 Gesundheit & Pflege

  • Einwilligung oder Ablehnung von Operationen
  • Auswahl von Ärzten und Krankenhäusern
  • Entbindung von der Schweigepflicht
  • Entscheidungen über Pflegeheim und Pflegedienst
  • Entscheidungen am Lebensende
  • Ablehnung lebenserhaltender Maßnahmen

💶 Finanzen & Bankgeschäfte

  • Konten verwalten und Überweisungen tätigen
  • Rechnungen und Steuern bezahlen
  • Verträge abschließen und kündigen
  • Depots und Kapitalanlagen verwalten
  • Post empfangen und öffnen
  • Versicherungen verwalten

🏛️ Behörden & Ämter

  • Korrespondenz mit allen Behörden
  • Beantragung von Sozialleistungen und Pflegegeld
  • Rechtsstreitigkeiten führen
  • Steuerangelegenheiten regeln
  • Rentenanträge und Behördenformulare
  • Anwalt beauftragen (Untervollmacht)

🏠 Wohnen & Alltag

  • Mietvertrag kündigen oder verlängern
  • Wohnung auflösen und Hausrat regeln
  • Heimvertrag abschließen
  • Fahrzeugangelegenheiten
  • Handwerker und Dienstleister beauftragen
Vergleich

Vorsorgevollmacht vs. gesetzliche Betreuung

Was passiert, wenn Sie eine Vollmacht haben – und was, wenn nicht?

Mit Vorsorgevollmacht

  • Von Ihnen selbst gewählte Vertrauensperson
  • Gilt sofort oder ab Eintritt der Geschäftsunfähigkeit
  • Kein Gericht notwendig
  • Günstig und schnell zu erstellen
  • Deckt Gesundheit, Finanzen, Behörden, Wohnen ab
  • Kann jederzeit widerrufen werden

Gesetzliche Betreuung

  • Das Gericht bestimmt den Betreuer – unter Berücksichtigung Ihrer Wünsche und Ihrer Familie
  • Gerichtliches Verfahren mit Anhörung und meist einem Gutachten
  • Der Betreuer berichtet dem Gericht regelmäßig
  • Verfahrens- und Betreuungskosten trägt bei vorhandenem Vermögen der Betreute
  • Sie bestimmen nicht selbst, wer für Sie handelt
  • Aufheben kann die Betreuung nur das Gericht
Schritt für Schritt

Vorsorgevollmacht erstellen in 4 Schritten

Kein Notar notwendig – in unter 5 Minuten fertig.

01

Vertrauensperson benennen

Wählen Sie jemanden, dem Sie absolut vertrauen – Ehepartner, Kind, Geschwister oder bester Freund. Benennen Sie zusätzlich eine Ersatzperson für den Fall, dass die erste Person ausfällt.

💡 Tipp: Sprechen Sie die Person im Vorfeld an und klären Sie, ob sie bereit ist, diese Aufgabe zu übernehmen.
02

Inhalt und Umfang festlegen

Bestimmen Sie, welche Bereiche die Vollmacht abdecken soll – Gesundheit, Finanzen, Behörden, Wohnen. Je konkreter Sie formulieren, desto weniger Spielraum für Missverständnisse bleibt im Ernstfall.

💡 Tipp: Im Zweifel umfassend bevollmächtigen – einzelne Bereiche lassen sich gezielt ausschließen.
03

Unterschreiben & ausfertigen

Drucken Sie die Vollmacht aus und unterschreiben Sie handschriftlich mit Ort und Datum. Erstellen Sie mindestens zwei Ausfertigungen – eine für die bevollmächtigte Person, eine für Ihre eigene Ablage.

💡 Tipp: Hinterlegen Sie eine Kopie an einem für Angehörige auffindbaren Ort.
04

Im Vorsorgeregister eintragen

Tragen Sie die Vollmacht im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer ein (online ab 24 €). Betreuungsgerichte können dort nachsehen, ob es eine Vollmacht gibt – seit 2023 auch Ärztinnen und Ärzte, wenn eine dringende Behandlung ansteht.

💡 Tipp: Hinterlegen Sie einen Hinweiszettel im Portemonnaie mit dem Aufbewahrungsort – unsere kostenlose Notfallkarte erstellt ihn in 2 Minuten.

Vorsorgevollmacht ohne Notar – ist das wirklich gültig?

Ja. Eine Vorsorgevollmacht ist auch ohne Notar wirksam. Unterschreiben Sie sie eigenhändig und geben Sie Ort und Datum an. Für weitreichende Gesundheitsentscheidungen, eine Unterbringung und freiheitsentziehende Maßnahmen muss sie schriftlich sein und diese Befugnisse ausdrücklich nennen (§ 1820 Abs. 2 BGB).

Wann ist ein Notar sinnvoll? Für Grundstücksgeschäfte braucht das Grundbuchamt eine öffentlich beglaubigte Vollmacht (§ 29 GBO). Die Unterschrift beglaubigt die Betreuungsbehörde für 10 € – diese Beglaubigung wirkt aber nur bis zum Tod – oder ein Notar für 20 bis 70 € zuzüglich Umsatzsteuer. Soll die Vollmacht auch nach dem Tod für Grundstücke gelten oder zu Verbraucherkrediten berechtigen, führt der Weg zum Notar (§ 492 Abs. 4 BGB). Banken arbeiten oft lieber mit ihrem eigenen Vollmachtsformular – fragen Sie dort nach.

Kostenüberblick

Was kostet eine Vorsorgevollmacht?

Von kostenlos bis teuer – ein ehrlicher Vergleich aller Möglichkeiten.

Amtliches Formular selbst ausfüllen Kostenlos – Formular des Bundesjustizministeriums
0 €
Notfalltresor – nur die Vollmacht als PDF Geführt ausfüllen, ohne Abo · optional der ganze Tresor (14 Bereiche) ab 44 €/Jahr
10 € einmalig
Beglaubigung der Unterschrift Betreuungsbehörde 10 € (wirkt bis zum Tod) · Notar 20–70 € zzgl. USt.
10–70 €
Eintragung Zentrales Vorsorgeregister Einmalig – Gerichte und im Notfall Ärzte können nachsehen
ab 24 €
Notarielle Beurkundung Gebühr hängt vom Vermögen ab, z. B. rund 165 € bei 100.000 € (zzgl. USt.)
ab rund 165 €
Vollmacht erstellen – 10 € einmalig →
Ohne Abo, ohne Konto · fertiges PDF sofort per E-Mail
Häufige Irrtümer

6 verbreitete Irrtümer über die Vorsorgevollmacht

✕

„Mein Ehepartner darf automatisch für mich entscheiden."

Nur teilweise. Seit 2023 dürfen Eheleute einander in Gesundheitsfragen vertreten – höchstens sechs Monate und nur, solange sie nicht getrennt leben (§ 1358 BGB). Für Konto, Behörden, die Wohnung und Verträge außerhalb der Behandlung gilt das nicht. Dafür braucht es eine Vorsorgevollmacht.

✕

„Ich bin zu jung dafür – das ist etwas für alte Menschen."

Falsch. Mit 18 endet die elterliche Sorge – ab dann können auch Eltern nicht mehr automatisch für ihr Kind entscheiden. Eine Vollmacht ist deshalb für jeden Erwachsenen sinnvoll und lässt sich anpassen, solange man geschäftsfähig ist.

✕

„Das regeln wir, wenn wir älter sind."

Besser jetzt. Eine Vorsorgevollmacht kann nur erteilen, wer geschäftsfähig ist. Wer sie früh erstellt, behält die Wahl in der eigenen Hand – und kann sie ändern, solange er geschäftsfähig ist.

✕

„Ein Notar ist zwingend erforderlich."

Falsch. Eine Vorsorgevollmacht ist auch ohne Notar wirksam; für weitreichende Gesundheitsentscheidungen muss sie schriftlich sein (§ 1820 Abs. 2 BGB). Für Grundstücksgeschäfte braucht es eine öffentliche Beglaubigung – die bietet auch die Betreuungsbehörde für 10 € an (§ 7 BtOG), allerdings nur mit Wirkung bis zum Tod; darüber hinaus hilft der Notar. Banken arbeiten oft lieber mit ihrem eigenen Vollmachtsformular.

✕

„Ich kann die Vollmacht nicht mehr ändern."

Falsch. Sie können eine Vorsorgevollmacht jederzeit ändern, einschränken oder widerrufen – solange Sie geschäftsfähig sind. Der Widerruf sollte schriftlich erfolgen und der bevollmächtigten Person mitgeteilt werden. Alte Ausfertigungen sollten vernichtet werden.

✕

„Vollmacht und Patientenverfügung sind dasselbe."

Falsch. Die Vorsorgevollmacht bestimmt, wer für Sie entscheidet. Die Patientenverfügung legt fest, welche medizinischen Maßnahmen Sie wünschen oder ablehnen. Beides ist nötig – und beides ist im Notfalltresor enthalten.

Häufige Fragen

Alle Fragen zur Vorsorgevollmacht

Eine Vorsorgevollmacht bevollmächtigt eine Person Ihres Vertrauens, in Ihrem Namen zu handeln, falls Sie durch Krankheit, Unfall oder Demenz selbst dazu nicht mehr in der Lage sind. Sie ist in Deutschland nach § 1820 BGB geregelt und ersetzt die staatliche Betreuung durch eine selbst gewählte Vertrauensperson.
Ab 18 Jahren. Mit der Volljährigkeit endet die elterliche Sorge – auch Eltern können ihr erwachsenes Kind dann nicht mehr automatisch vertreten. Erteilen, ändern oder widerrufen können Sie die Vollmacht, solange Sie geschäftsfähig sind.
Nein. Eine Vorsorgevollmacht ist auch ohne Notar wirksam. Soll Ihre Vertrauensperson in ärztliche Maßnahmen einwilligen oder sie ablehnen dürfen, bei denen Lebensgefahr oder ein schwerer, länger dauernder Gesundheitsschaden droht – auch den Verzicht auf lebenserhaltende Behandlung –, oder über eine Unterbringung, freiheitsentziehende Maßnahmen oder ärztliche Zwangsmaßnahmen samt Verbringung ins Krankenhaus entscheiden, muss die Vollmacht schriftlich sein und diese Befugnisse ausdrücklich nennen (§ 1820 Abs. 2 BGB). Für Grundstücksgeschäfte verlangt das Grundbuchamt eine öffentlich beglaubigte Vollmacht (§ 29 GBO). Die Unterschrift beglaubigt die Betreuungsbehörde für 10 € (§ 7 BtOG) – diese Beglaubigung wirkt aber nur bis zum Tod – oder ein Notar für 20 bis 70 € zuzüglich Umsatzsteuer. Soll die Vollmacht auch nach dem Tod für Grundstücke gelten oder zu Verbraucherkrediten berechtigen, führt der Weg zum Notar.
Selbst ausgefüllt kostet eine Vorsorgevollmacht nichts – das Formular des Bundesjustizministeriums ist kostenlos. Mit unserem Online-Assistenten kostet nur die Vollmacht 10 € einmalig, der ganze Notfalltresor ab 44 € im Jahr. Optional kommen hinzu: die Beglaubigung bei der Betreuungsbehörde (10 €) oder beim Notar (20 bis 70 € zuzüglich Umsatzsteuer) und die Eintragung ins Zentrale Vorsorgeregister (online ab 24 €).
Nur eingeschränkt. Seit 2023 darf ein Ehegatte den anderen in Gesundheitsangelegenheiten vertreten, wenn dieser wegen Bewusstlosigkeit oder Krankheit nicht selbst entscheiden kann – für höchstens sechs Monate und nicht, wenn die Eheleute getrennt leben, der Partner die Vertretung abgelehnt hat oder schon eine Vollmacht dafür besteht (§ 1358 BGB). Das Recht umfasst ärztliche Behandlungen und die dazugehörigen Behandlungs-, Krankenhaus- und Pflegeverträge, aber keine Bankgeschäfte, Behördenangelegenheiten, die Wohnung oder sonstige Verträge. Dafür braucht es eine Vorsorgevollmacht; sonst bestellt das Gericht bei Bedarf einen Betreuer und berücksichtigt dabei Ihre Wünsche und Ihre familiären Beziehungen (§ 1816 BGB).
Ja, jederzeit – solange Sie geschäftsfähig sind. Der Widerruf sollte schriftlich erfolgen und der bevollmächtigten Person mitgeteilt werden. Alte Ausfertigungen sollten vernichtet werden, damit kein Missbrauch möglich ist.
Die Vorsorgevollmacht bevollmächtigt direkt eine Privatperson zum Handeln. Die Betreuungsverfügung enthält nur Wünsche für den Fall, dass ein Gericht trotzdem einen Betreuer bestellt. Beide Dokumente ergänzen sich – und beide sind im Notfalltresor enthalten.
Die Vorsorgevollmacht bestimmt, wer für Sie entscheidet. Die Patientenverfügung legt fest, welche medizinischen Maßnahmen Sie in der Sterbephase oder bei Bewusstlosigkeit wünschen oder ablehnen. Beide Dokumente sind sinnvoll und ergänzen einander.
Bewahren Sie das Original an einem sicheren, aber für Angehörige auffindbaren Ort auf und geben Sie der bevollmächtigten Person eine Ausfertigung. Empfehlenswert ist die Eintragung im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer (ab 24 €) sowie ein Hinweiszettel im Portemonnaie mit dem Aufbewahrungsort.
Deshalb sollten Sie immer eine Ersatzperson benennen. Fällt die erste bevollmächtigte Person aus, übernimmt automatisch die benannte Ersatzperson. Ohne Ersatzregelung müsste im Ernstfall doch ein gerichtliches Betreuungsverfahren eingeleitet werden.
Innerhalb der EU wird eine deutsche Vorsorgevollmacht in der Regel anerkannt, die konkrete Handhabung kann jedoch je nach Land variieren. Für längere Auslandsaufenthalte empfiehlt sich eine beglaubigte Übersetzung und gegebenenfalls eine zusätzliche Vollmacht nach dem Recht des jeweiligen Landes.
Eine Vorsorgevollmacht hat grundsätzlich kein Ablaufdatum und bleibt gültig, bis Sie sie widerrufen. Es empfiehlt sich jedoch, sie alle paar Jahre zu überprüfen und mit aktuellem Datum neu zu unterschreiben, da manche Institutionen sehr alte Vollmachten kritischer prüfen.
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Die häufigsten Fragen im Detail

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Weiterführende Artikel

Quellen und Stand

Stand: 22. Oktober 2026. Die Angaben auf dieser Seite beruhen auf diesen Quellen:

Amtliches Muster: Das Bundesjustizministerium stellt ein kostenloses Formular für Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung bereit: Formulare beim BMJV. Wer lieber geführt ausfüllt, nutzt den Online-Assistenten.

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Notfalltresor ist ein Angebot der GL BestattungsExperten GmbH, Hamburg (HRB 193591). Telefon 0152 25137629 · Über uns

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Grundlage sind die Gesetzestexte und die Informationen des Bundesjustizministeriums. Die Quellen stehen auf dieser Seite. So arbeiten wir

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